Keine Vergütung – Keine Versorgung = Kassenärztliche Vereinigung

Das Regelleistungsvolumen wurde für das 1. Quartal 2013 auf 22,07€ von der KV festgelegt – der niedrigste Satz seit Einführung der Regelleistungsvolumina. Dieser Betrag wird pauschal für jeden behandelten Patienten des Quartals zugewiesen, egal wie oft er kommt oder wie intensiv die Behandlung ausfällt. Damit lassen sich jedoch nicht einmal die Kosten für den Betrieb der Praxis mehr decken.
Da die HNO-Ärzte vor Einführung der Regelleistungsvolumina zur Schonung der Resourcen besonders sparsam waren, wurden sie mit der Einführung der Pauschalen mit so niedrigen Sätzen bestraft, dass sie nunmehr bundesweit das Schlußlicht in der Vergütungstabelle bilden. Kostenstrukturanalysen haben ergeben, dass eine durchschnittliche HNO-Praxis Kosten von ca. 120.000€ produziert, demgegenüber stehen Einnahmen von ca. 130.000€; das würde einem “Gewinn” von 10.000€/ Jahr aus kassenärztlicher Tätigkeit entsprechen. Das ist nicht mehr wirtschaftlich.
So haben sich die HNO-Ärzte zusammengeschlossen, um sich gegen diese ungerechte und ungerechtfertigte Verteilung der Gelder zu wehren. Nach den Veröffentlichungen der letzten Monate ist mehr Geld in die medizinische Versorgung der Patienten geflossen. Seit Jahren wird uns eine Besserung der finanziellen Situation versprochen. Nichts davon ist eingetreten, im Gegenteil! Die Honorare sind ständig gesunken! Und, was besonders schmerzt – das (nicht transparente) Verteilungssystem ist so angelegt, dass die Vergütung in der Zukunft eher noch absinken wird durch steigende Kosten (Personal, Wartungen und Neuanschaffungen), während die Vergütungen im besten Falle stagnieren oder gar absinken.
Das ist nicht weiter hinnehmbar. Der viel zitierte Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hat keine Geschäftsgrundlage mehr und muss überarbeitet werden.
Deshalb werden wir im Konsens der Nachbarorte Duisburg und Moers unsere Leistungsangebote ab 1. Quartal 2013 durch Kürzung der Sprechstundenzeiten für gesetzlich versicherte (GKV) Patienten einschränken. Wir bitten um Verständnis und um Ihre Unterstützung, damit wir auch in Zukunft ein erstklassiges Leistungsangebot bieten können.